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Marina Kleinlein
(Chefredakteurin von 2003 - 2007)


Wrong turn live


Wer den Film nicht kennt: Eine Gruppe junger Amerikaner landet im Wald und wird Person um Person von Aussätzigen getötet und verspeist. Uns erging es (fast) genauso. (Nur ohne Aussätzige, Wald... und okay, Amerikaner sind wir auch nicht)
Ja. Heute können wir drüber lachen. Damals hatten wir
Todesangst. Nicht übertrieben (okay, vielleicht ein bisschen). 

Unsere muntere Gruppe, bestehend aus meinem Onkel, meinem zweiten Onkel, meiner Tante, deren beiden Kindern, meiner Mutter und ihrem Freund - und natürlich Tatjana und mir, wollte eine Bootstour machen. Bewaffnet mit zwei “echten” Booten und einem Paddel-Aufblas-Ding machten wir uns auf den Weg.
Tatjana und ich natürlich im Paddel-Aufblas-Ding. Hürde eins: Mithalten. Während die Anderen in den Holzbooten binnen Sekunden
ca. 2 km weit weg geschippert waren, drehten Tatjana und ich uns fröhlich im Kreis. Das Aufblas-Ding ließ sich nicht lenken. Und wenn es mal in eine Richtung trieb, dann in die Büsche, welche gleich unzählige Spinnen regnen ließen. (Habe ich meine tierische Panik vor Spinnen erwähnt?)
Kurze Zeit später drang dann Wasser in unser Aufblas-Ding.
Toll.  

Dann verloren wir auch noch die Anderen. Wir paddelten rund 20 Minuten in die falsche Abzweigung, bis wir auf die Idee kamen, dass es unmöglich sein konnte, und wir zurück paddelten. Als wir die Anderen endlich dazu gebracht hatten zu warten, strukturierten wir um. Meine Mutter, Tatjana und ich im Holzboot. Und mein Onkel und der Freund meiner Mutter im Aufblas-Ding (welches gefährlich nach unten sank). 

Nachdem es also weiterging erwähnte mein Onkel mal eben nebenbei, dass aus dem See neulich erst Piranhas gefischt wurden, die wohl irgendein Irrer ausgesetzt hatte. Schön das wir das auch mal erfahren. Seit dem Zeitpunkt starrten Tatjana und ich also nur noch gebannt ins Wasser - bereit gleich Haie, Piranhas, Seemonster und Megalodons (20 Meter Haie) auftauchen zu sehen.
Dann kamen wir an eine “Kreuzung” (Ein Baum lag im Wasser und lies uns die Auswahlmöglichkeit nach Links oder nach Rechts zu paddeln.)
Rechts. Falsch. Das Wasser wurde zu seicht. Tatjana und ich stiegen aus (immer noch nach Piranhas Ausschau haltend), um das Boot zurück ins tiefere Wasser zu zerren.  (Meine Mutter rauchte derweil im Boot sitzend eine Zigarette). 

Wer denkt das sei das lebensgefährlichste gewesen, der irrt. Schon bald war unser Boot ganz vorne. Wieder eine Abzweigung. Diesmal eine echte. Diesmal war es laut meinem Onkel aber wirklich rechts. Wir paddelten an einem Schild vorbei, auf dem die Aufschrift “Lebensgefahr” zu lesen war. Wieder drehten Tatjana und ich uns panisch um. “Jaja, nur weiter... ist schon richtig” antwortete man uns von hinten.
Und da war sie... die Lebensgefahr...

Ein Tunnel. Welches ca. 50 cm Oberfläche von Wasser zu Tunnel ließ. Es ragten
Nägel nach unten, und Spinnen hingen dort, sodass wir uns ins Boot legen mussten, um uns nicht ernsthaft weh zu tun.  

Als wir das überstanden hatten, und uns wie Graf Dracula aus einem Sarg wieder erhoben sahen wir eine Art 10 Meter Wasserfall, welcher unten mit Felsen gespickt waren. Tatjana und ich ließen wieder die Panik hoch kommen und sprangen aus dem Boot um es an Land zu ziehen. (Dabei verlor Tatjana ihren Schuh und ich schnitt mir den Fuß auf)
Nachdem Tatjana und ich nach unten gesehen hatten (
es wäre wirklich schmerzhaft ausgegangen, hätten wir den Wasserfall nicht schnell genug bemerkt) warfen wir meinem Onkel tödliche Blicke zu. Dann schleppten wir unsere Boote rund 45 Minuten lang durch den Wald (Bei der Gelegenheit wurden die alten Spinnen aus den Booten geworfen - neue Spinnen aus dem Wald fielen dafür hinein)
Wir waren alle den Tränen nahe.
Mein Fuß blutete. Tatjana war mit einem Fuß barfuß unterwegs.
Das letzte Stück verlief weitgehend unproblematisch.
Alle schwiegen sich an. Bereit den nächsten, der etwas sagte, unbarmherzig zu zerfleischen. Jaja, meine Familie...   

Die einzigen, die die Bootsfahrt super toll gefunden hatten, waren Niki und Jana, meine Cousins. Die Beiden lachten und wollten am liebsten noch mal fahren.

Tatjana und ich schworen uns, so was nie wieder zu machen. 

Jetzt, 2 Jahre später sind wir immer noch der selben Meinung.

Eure Marina (2005/06)

 
     
 

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