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Rainbow - Das Onlinemagazin für Kids und Teens

Marina Kleinlein
(Chefredakteurin von 2003 - 2007)


Schwarz, schwarz, schwarz sind alle meine Kleider


Neben Indiana-Jones-Flussfahrten und lebensgefährlichen Achterbahnen, haben Tatjana und ich auch Spaß in Rust. Zumindest manchmal. In Ausnahmefällen. Aber dann hauen wir uns gegenseitig mit einem Stück gefrorenen Fleisch k. o. und der Anflug von Spaß ist wieder vorbei. Oder wir lassen gar keine Spaß-Gefühle aufkommen. Da lässt sich mit der Auswahl des passenden Outfits schon sehr viel machen... 

Meine Cousine muss man sich so vorstellen: zuckerlieb, ruhig, nett, brav und eher unauffällig. Es ist ganz wichtig das zu wissen, sonst kann man sich das Ausmaß des Schocks nicht richtig vorstellen... Als sie uns versprochen hat, mit uns am Abend in die Disco zu fahren, rechneten wir also mit einem Tanzlokal, in der als härtestes vielleicht gerade mal “Poison” durch die Lautsprecher dudeln würde. Weit gefehlt. Doch dazu kommen wir nachher...
Als wir vom Hotel meiner Familie zum Haus meines Onkels watschelten hielt ein Auto neben uns, indem drei Typen saßen und einen kleinen Smalltalk begannen. Als man fragte, ob wir denn E-mail-Adressen besitzen würden, nickte ich natürlich freudig und willigte ein, sie ihnen zu geben.
“Maus17...” begann ich - und spürte auch sogleich Tatjanas Ellenbogen in meinen Rippen... okay, es war ihre E-mail-Adresse..., aber musste sie deshalb denn gleich so aggressiv werden?! 

Als die Typen weg - und wir in unserem Zimmer waren, wartete ich kurz auf das große Donnerwetter von Tatjana, doch das kam nicht. Dazu war auch gar keine Zeit, denn pünktlich um Zehn wollten wir abfahren und es war immerhin bereits kurz nach neun. Wir teilten uns auf die beiden Badezimmer auf und trafen uns dann frisch geduscht im Gästezimmer wieder, um über unsere Garderobe zu entscheiden.

Letztendlich entschloss ich mich für eine Jeans und ein weißes Shirt mit einem “Rock-“ Print. Tatjana wählte eine Jeans und ein babyrosanes Trägershirt.  Als meine Cousine uns abholte grinste sie kurz und fuhr los. Wir dachten natürlich sie würde unsere netten, süßen Outfits belächeln. Auch hier weit gefehlt.
Nach einer guten halben Stunde Fahrt kamen wir im “At” - eigentlich “Atlantis” (und nicht mit dem “Ad” - was den “Admiral-Filmpalast” betitelt) zu verwechseln -  an. Schon von Außen merkten wir, dass das irgendwie nicht die 3-Etagen-Disco mit Pop- und Chartfloors war.  

Jeglicher Versuch unsere Oberteile mit Kraft unserer Gedanken schwarz werden zu lassen scheiterte.
An der Kasse bekamen wir einen Abflug-Stempel aufgedrückt der sagte, dass wir um Mitternacht raus sein mussten. Immerhin waren wir noch nicht 18. Und eigentlich auch noch nicht 16 - und damit hätten wir also gar nicht da sein dürfen.
Innen hofften wir ein sehr verrauchtes Plätzchen zu finden, so dass unsere Kleidung wenigstens grau aussehen würde... doch nichts war’s.
Alle - wirklich alle - im “At” trugen schwarze Sachen. Einige dazu noch in Leder. Und Tatjana und ich stachen in freundlichem, frischen, total peinlichem Weiß und Rosa heraus. Das war ein sehr traumatisches Erlebnis und toppte im Unwohlsein-Verhältnis sowohl die Bootsfahrt, als auch die Achterbahnfahrt.  

Die einzigen dreieinhalb Minuten in denen wir ruhig und entspannt waren, waren die, in denen “Come as you are” lief. Ein Lied, das wir tatsächlich kannten. Und immerhin rief es zur Toleranz auf.
Tötet uns also nicht! Wir sind auch für jegliche Rituale total unbrauchbar! Bitte lasst uns leben!

Die Tanzfläche war komplett leer. Die ganze Zeit. Nur einmal hatten sich zwei Herren mit sehr langen Haaren -
wie schaffen die es, die so glänzend zu halten? Ich hätte echt nachfragen sollen... - auf die Fläche getraut, die von Motorrädern umstellt war und mit Rauchmaschinen einen sehr undurchsichtigen Eindruck machte. Doch sie tanzten nicht mit ihren Freundinnen oder so was... sie Headbangten. Und wenn ich nicht komplett sprachlos gewesen wäre, hätte ich gelacht. Doch dann hätte ich sicher mit meinem Flehen von oben anfangen dürfen... tut uns nichts. 

Nach einer guten Stunde fuhren wir weiter. Die Freundin meiner Cousine versicherte uns, dass die nächste Disco eine wäre, die unsere Outfits sehr begrüßen würde, weil da alle so aussehen würden. Und als wir endlich dort angekommen waren, wollten die natürlich unsere Ausweise sehen. Und ich hab ja einen. Okay, wenn die nachrechnen, ob ich wirklich schon 16 bin, ist es etwas blöd, aber viele machen sich die Mühe nicht. Der allerdings schon.  

Fazit: Wir verbrachten den Rest des Abends in einer Eisdiele, überfutterten uns an Bananensplit und übertranken uns an Cola.  

Ein sehr gelungener Abend also ^^

Dennoch schworen wir uns in Zukunft einfach nur noch schwarz zu tragen wenn wir in neue Gefielde kommen würden. Denn hey, man kann nie wissen. Und schwarz passt schließlich immer. Das ist eine ganz alte Weisheit! Tragt schwarz! Das erspart euch manche Peinlichkeit... Und wer ganz auf Nummer sicher gehen will: ihr könnt ja auch einfach einen schwarzen Umhang in eurer Handtasche mitnehmen. Hätten wir es besser mal getan.  

Inzwischen hab ich mir angewöhnt nach Rust immer eine Lederjacke mitzunehmen. Ob es jetzt 50 Grad im Schatten hat oder nicht. Ich hab sie dabei. Und im Notfall kann ich sie dann über mein weißes Top ziehen und abstreiten überhaupt helle Kleidungsstücke zu besitzen. Ein weißes Top? Oder gar rosa? Quatsch... ich doch nicht. Niemals! *zwinker*

Eure Marina (2005/06)

 
     
 

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